Warum Handys nicht an Schulen verboten werden sollten

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Es bleibt eine andauernde Diskussion – Sollte es Schülern erlaubt sein ein Handy in der Schule bei sich zu führen und zu nutzen? Die Meinungen hierbei gehen weit auseinander.

Smartphone SchuleWaren es früher noch Discman und später MP3-Player, sind es nun Handys, die die Schüler angeblich ablenken und das Leistungsniveau sinken lassen. Mittlerweile greifen Schulen hart durch. So sind Handys an Schulen in Frankreich für unter 15-jährige bereits verboten. Weitere Einschränkungen, auch für ältere Schüler, könnten bald folgen, wenn es nach bestimmten Parteien im Bundestag ginge. Die Frage ist, ob Frankreich in diesem Falle als Vorbild oder als Abschreckung dienen sollte. Es ist ein zweischneidiges Schwert und ohne eine genaue Analyse ist es schwierig zu beurteilen, ob ein Verbot sinnvoll ist. Dennoch gibt es sowohl offensichtliche Vor- als auch Nachteile. Aufgrund eines Generationenkonflikts kann es selbstverständlich zu Schwierigkeiten kommen, wenn Kinder, Eltern oder Lehrer versuchen, einen Kompromiss in der Schule schließen.

Der größte Vorteil ist zu auch der Wichtigste, wenn es um die Erreichbarkeit geht. Ein Handy erlaubt es, immer und überall erreichbar zu sein. Dies ist gerade in Notfällen besonders wichtig, ganz gleich, ob auf dem Schulgelände oder auf dem Weg nach Hause. Gerade für jüngere Kinder, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und auch ansonsten in Notsituationen keinen Weg hätten die Eltern zu kontaktieren, sind Handys heutzutage unabdingbar. Auch sollten gerade junge Menschen heutzutage wissen, was in der Welt passiert – auch wenn diese News selbstverständlich nicht während der Schulstunde konsumiert werden sollten. Ein Blick auf das Handy erklärt uns in Sekunden die Welt.

Jugendliche SmartphoneDie Argumentation der Ablenkung ist hart zu widerlegen. Natürlich bieten Mobiltelefone eine Form der Ablenkung. Allerdings stellt sich die Frage, ob dies erst mit der Einführung der Handys startete. Die Antwort hierauf ist sehr wahrscheinlich „Nein“. Manche Schüler waren schon immer abgelenkt, ob mit oder ohne Handy. Dies würde sich vermutlich auch nicht bei einem Verbot der Handys ändert, da die angesprochenen, schlichtweg eine andere Quelle finden werden, durch die Sie ihr Desinteresse am Unterricht überbrücken können. Die Frage muss erlaubt sein: Was folgt nach dem Handy als Nächstes? Vielleicht die moderne Uhr? Schulen müssen sich die Frage stellen lassen, ob blinder Aktionismus wirklich die Antwort auf die Bildungsprobleme Deutschlands ist oder ob man vielleicht lieber am Unterricht etwas ändern sollte. Ein Handyverbot scheint jedenfalls relativ sinnlos.

Es bleibt festzuhalten, dass ein Handyverbot gut klingt, aber sehr wahrscheinlich das eigentliche Hauptproblem der Kinder nicht abschafft, sondern nur in eine andere Richtung verlagern würde. Schüler, die abgelenkt sein wollen, fänden auch weiterhin einen Weg, genau wie fokussierte Schüler, ob mit oder ohne Handy, sich nicht ablenken lassen werden und weiterhin gute Leistung bringen. Man sollte sich daher genau überlegen, ob man die große Mehrheit für die kognitiven Aussetzer einer Minderheit mit einem Verbot bestraft.

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